Aktuelles

Die aktuellen Ereignisse im Österreichischen Falknerbund und in der Falknerei können auch auf unserer Facebook Seite und auf Instagram verfolgt werden.


FM Franz Mochner verstorben

In tiefer Trauer teilen wir mit, dass unser Falkenmeister Franz Moschner am 10. November 2019 im 83. Lebensjahr von uns gegangen ist. FM Moschner war ein Pionier der Beizjagd mit Steinadlern in Österreich.
Wir wünschen den Angehörigen viel Kraft und Trost in diesen schweren Stunden.

 


Falknerei in Österreich- ein Lern- und Malbuch des ÖFB

 

 

Das Kinderbuch bietet viele Informationen über die Greifvögel in Österreich, über Beizvögel und über die Falknerei.

 

Mit zahlreichen Zeichnungen der in Österreich anzutreffenden Beizvögel, aber auch heimischer Arten, mit informativen Texten und einem kleinen Rätselteil wird den jungen Leserinnen und Lesern nahegebracht, was Falknerei überhaupt ist und wie unterschiedlich die Greifvögel sind.

 

Der Malteil wird durch kleine Begleittexte ergänzt. Dieser Teil bringt dem Lernenden Merkmale der unterschiedlichen Greifvogelarten nahe und schult durch die Interaktion durch genaues Hinsehen und Ausmalen  für diese Unterschiede.

 

Dieses Büchlein bietet nicht nur für Kinder und Jugendliche umfangreiche Informationen auf spielerische Weise. Auch Erwachsene, welche einen Einblick in die Falknerei bekommen möchten, finden hier die Grundlagen der Falknerei.

 

Das Buch kann über den ÖFB direkt unter sekretariat@falknerbund.com oder während der Saison im Greifvogelzentrum Schloss Waldreichs oder dem Salzburger Landesfalkenhof auf Burg Hohenwerfen vor Ort bezogen werden. 

Der Preis beträgt 8,00 Euro (zzgl Versand)


Taubenvergrämung – Taubenbekämpfung mit Greifvögel

Viele Wohnbaugesellschaften, Haus- oder Grundbesitzer und Produktionsstätten von Futtermitteln haben ein massives Taubenproblem. Für viele Betroffene klingt die „biologische Vergrämung“ mit einem Greifvogel, wie sie so oft genannt wird, spannend, erfolgsversprechend und ökologisch. Dass ein Taubenproblem mithilfe eines Greifvogels gelöst werden kann ist allerdings ein Trugschluss.

Es gibt leider zahlreiche Falkner, die eine solche Taubenvergrämung anbieten, obwohl sie wissen, dass die diese mit einem Greifvogel eigentlich nicht mehr als Scharlatanerie ist. Sie eröffnen sich damit lediglich eine nie endende Geldquelle, da das Taubenproblem erstmal verlagert wird und garantiert wiederkehrt.

Es ist außerdem zu unterscheiden, ob es sich um Vergrämung, oder um das Fangen von Tauben handelt. Die Vergrämung, bei der die Tauben lernen sollen, dass in dem betroffenen Areal ein gefährlicher Jäger lauert, führt wenn überhaupt dazu, dass sich die Tauben beim Nachbarn niederlassen. Somit hat der Kunde, der den Falkner in Anspruch genommen hat, sein eigenes Taubenproblem einem anderen Leidtragenden untergeschoben. Sollte ein Greifvogel über längere Zeit anwesend sein, so gewöhnen sich die Tauben an diesen und es findet gar keine Vergrämung statt.

Nur in wenigen Einzelfällen ergibt der Einsatz von Greifvögeln gegen Tauben Sinn. Dabei handelt es sich allerding nicht um Vergrämung, sondern um das Fangen. Wenn einzelne Tauben in Hallen oder Lagerräume eindringen und diese entnommen werden sollen, so ist das Fangen oder der Abschuss in einer solchen Räumlichkeit nicht möglich. Hier ist der Einsatz eines Greifvogels, welcher die Taube fängt, zielführend. Das Fangen von Tauben in Schwärmen durch Greifvögel ist, hinsichtlich der Reduktion von Individuen, wirkungslos.

In Städten mit Hochhäusern ist es außerdem kaum möglich, einen Greifvogel zur Vergrämung oder zum Fang fliegen zu lassen.

Der ÖFB möchte in diesem Infoschreiben lediglich klarstellen, was möglich ist und was nicht, um den zahlreichen Anfragen gerecht zu werden. Wir wollen aber auch aufklären, damit Kunden, die einen Falkner mit der Vergrämung beauftragen wollen, nicht enttäuscht werden.

Selbstverständlich gibt es effiziente Methoden um Tauben, Dohlen und Krähen zu bekämpfen, welche auch in europäischen Städten Anwendung finden.  Musterhaft hierfür sind die Taubenwarte in Zürich, die sich um die Taubenpopulation in der Stadt kümmern. Sie sind Spezialisten, die mehrere Methoden parallel anwenden, um die Taubenbestände zu regulieren.

Im folgenden Bericht vom ehemaligen Taubenwart Steven Diethelm (heute staatlicher Wildhüter) sind die effizienten Methoden angeführt. In der Stadt Zürich werden jährlich tausende Tauben durch die Kombination dieser Methoden entnommen.

Bericht von Steven Diethelm

Um einen Taubenbestand wirkungsvoll zu dezimieren braucht es immer zwei, drei bis vier parallel laufende Aktionen.

.) Gezielter Abschuss in Innenhöfen oder an Problemecken. 22lfb mit Schalldämpfer
.) Drei bis vier Standorte mit kleinen Taubenfallen in der Nähe eines Futterplatzes auf einem Dach, wo die Tauben warten.
.) Behändigen von Nestlingen und Eiern, auf Dachterrassen ,Vordächern, usw.
.) Das gezielte Abfangen mit Klappfallen an Futterplätzen.
.) Das Betreuen von Taubenschlägen, zum Entnehmen der Eier oder Jungvögel, allenfalls Austausch der Eier gegen Kunsteier. Ein bis zweimal jährlich einen Teil des Bestandes aus dem Taubenschlage entnehmen. (Gezieltes einrichten des Taubenschlages ist sehr wichtig!)
.) Beratung der Öffentlichkeit betreffend Füttern; Tauben brüten bei besten Bedingungen bis zu 7 mal Jährlich, in der Stadt Zürich geht man von drei bis vier Bruten aus pro Jahr. Die jungen sind nach drei Monaten geschlechtsreif.

Der Einsatz von Greifvögel (Habichtsartige) ist nicht Zielführend und kann allenfalls beim Fangen einer Taube in einer Bank oder einem Einkaufscenter behilflich sein damit keine Probleme entstehen betreffend der Alarmanlagen oder Lüftungen durch einen Schuss.

ÖFB: Diese Methoden sind in Österreich auf Grund des ominösen Tierschutzgesetzes nicht alle anzuwenden. Durch die zunehmenden Taubenprobleme bedarf es an dieser Stelle möglicherweise bald eines Umdenkens.

 

Öffentlichkeitsreferent Josef Hiebeler

 


Kommentar zur Abschlussarbeit „Die Problematik der Hybridisierung der Hierofalken am Beispiel des Sakerfalken (Falco cherrug)“ von Anna Kronawetter

Ich finde die Arbeit von Frau Anna Kronawetter sehr umfangreich. Sie vermittelt bezüglich der Hybridproblematik einen Überblick. Wie aus der Arbeit ersichtlich wird, steckt ein enormer Rechercheaufwand dahinter, um zu einer Aussage zu kommen.

 

Ergänzend möchte ich jedoch hinzufügen, dass die Hybridzucht am Anfang der Greifvogelinseminationen notwendig war, um den vielen Gegnern der Falknerei und so manchem kritischen Zoologen zu beweisen, dass die Falknerei im Stande ist erfolgreich zu züchten. Außerdem wurden zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse bezüglich der Greifvogelzucht gewonnen. Heute ist die Hybridzucht keinesfalls mehr nötig und hat sich in eine teils falsche Richtung entwickelt, oft zum Imageschaden der Falknerei. Meiner Meinung nach hat Hybridisierung nur noch in der Wissenschaft und Forschung ihren Platz, und nicht wie heute ausschließlich für kommerzielle Zwecke, mit all den negativen Folgen.

 

Ein weiterer Kritikpunkt an diese schriftliche Arbeit ist die Wahl der thematisierten Hybridisierung. Nach wie vor wird diskutiert, ob es sich bei den verschiedenen Hierofalken überhaupt um unterschiedliche Arten, oder doch vielmehr um Unterarten handelt. Eine definitive und gefährlichere Hybridisierung stellt die zwischen Wander- und Gerfalke dar. Hierbei handelt es sich eindeutig um Hybriden zweier unterschiedlicher Arten, welche aggressive Jäger sind und das Potential einer Faunaverfremdung mit sich bringen.

 

Josef Hiebeler

 

Download
AA_Hierofalken_Kronawetter A..pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.3 MB
Download
Hybridisierung Kommentar Ladislav Fekete
Adobe Acrobat Dokument 450.1 KB

Ein Beitrag für die Artenvielfalt

Am 18. Juni 2019 trafen sich Niederwildbeauftragte im Kreise eines kleinen Forums auf dem Gut Hardegg in Niederösterreich. Der ÖFB war durch die Anwesenheit von Josef Hiebeler vertreten. Hauptthema war Artenvielfalt/Biodiversität. Dipl. Ing. Maximilian Hardegg machte für die Teilnehmer die prekäre Lage der Biodiversität und somit auch des Niederwildes sichtbar. Lösungen und Programme wurden vorgestellt, um dem Artenschwund entgegenzuwirken. Diese Ansätze werden auf dem Gutsbetrieb umgesetzt und führen zu positiven Ergebnissen. Das Programm sollte den Anwesenden vermitteln, dass es Landesweit möglich wäre, Maßnahmen im Sinne des Artenschutzes umzusetzen. Es wurde darauf aufmerksam gemacht, dass vor allem zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe das Bewusstsein für Artenvielfalt und echte Biodiversität verloren haben. Biodiversität ist abhängig von der Umsetzung des Einzelnen und es muss von jedem auch gewollt werden. 

 

Die Gutsverwaltung Hardegg hat einen Futtereimer entwickelt, der vielfältig eingesetzt werden, speziell für Singvögel, Fasanen und Rebhühner. Technisch sehr ausgereift stellt dieser Futtereimer sicher, dass das Futter trocken bleibt und vor Ratten und Mäusen geschützt ist. Außerdem zeichnet sich dieses Futtersilo durch die überlegte Material- und Formwahl aus, wodurch es Wetterbeständigkeit und eine gute Standfestigkeit gewährleistet.

Auch die neu entwickelte Vogelfuttermischung kann vom Gut Hardegg bezogen werden.

Gut Hardegg
A – 2062 Seefeld-Kadolz
Tel.: 02943/2203
E-Mail: office@hardegg.at
www.hardegg.at


Internationale Tagung in Fulda des Vereins für lebendige Jagdkultur

Das Forum für lebendige Jagdkultur tagte in der Barockstadt Fulda (D), hoch über der Stadt. Genaugenommen vollzog sich die Tagung vom 26. bis 28. April 2019 an zwei historischen Orten, im Kloster Frauenberg, und auf dem von Fulda acht Kilometer entfernten Schloss Fasanerie in Eichenzell.

 

Neben den zahlreichen Vorträgen über die Fürstäbte und Fürstbischöfe wurde deren Jagd und Falknerei im 18. Jahrhundert, sowie Jagdrecht, die Jagd an sich, das Töten und der Tod thematisiert. Weitere Vorträge handelten von Bewegungsjagden, Hundeeinsatz und von Ethik. Dr. Urban referierte beispielsweise über die Position des Jägers in der Nahrungskette und in der Bedürfnispyramide.

 

Der Zweite Teil der Tagung fand auf dem Schloss Fasanerie statt, wo das Kulturgut wirklich lebendig wurde. Durch die hochprofessionelle Führung vom Direktor des Schlosses Fasanerie, Dr. Miller, wurde im Schlosspark und auf der Schlossterrasse ein großes historisches Jagdkonzert der Superlative geboten. Das Kulturgut Falknerei wurde dabei besonders stilvoll eingebunden. Moderiert wurde dieses Konzert von Falkenmeister Josef Hiebeler, welcher für die Darbietung von seinen Berufsfalknern begleitet wurde, die falknerisches Können von höchstem Niveau zeigten. Die Falken wurden zu historischen Falknerfanfaren meisterhaft geflogen.

 

Die Landgrafen von Hessen gehörten im 18. Jahrhundert zu den großen Falknern, welche jagdliche Events in Schloss Wabern veranstalteten. Schloss Fasanerie beherbergt heute noch die größten Falknereigemälde von J.H.W. Tischbein, welche im Reihersaal zu bestaunen sind.

 

Eine noble Veranstaltung der besonderen Klasse, zu der der ÖFB und der Salzburger Landesfalkenhof mit seiner Hof- und Jagdmusik federführend waren. Am Sonntag endete die Tagung mit einer sehr stilvollen Jagdmesse in der barocken Kirche, welche bis auf den letzten Platz besucht war.

 


Stellungnahme zu Unfällen mit Greifvögeln

In der Falknerei wird mit Greifvögeln gearbeitet, die Zeit ihres Lebens immer Wildtiere bleiben werden. Es ist zwar immer bedauerlich, wenn es im Umgang mit ihnen zu Verletzungen kommt, davon lässt sich aber keine erhöhte Gefährlichkeit von Greifvögeln für den Menschen ableiten. Im Zusammenleben von Mensch und Tier kommt es immer wieder zu Verletzungen verschiedenen Grades. Auch Tiere wie Hunde und Katzen, die ja als Haustiere mit uns zusammen leben, sind immer wieder in Vorfälle mit Verletzungsfolgen für den Menschen verwickelt. Zumeist ist die Ursache dafür, dass man am Ende des Tages doch eine unterschiedliche Sprache spricht und es zu Missverständnissen kommt.
Da die Falknerei eine Jagdform ist, sehen wir regelmäßig das Ergebnis, wenn ein Greifvogel ernsthaft eine Beute anjagt und auch fängt. Würde ein Mensch das Ziel einer solchen Attacke werden, müsste mit zahlreichen, schweren Verletzungen gerechnet werden. Der Mensch, Erwachsene wie Kinder, ist nicht Teil des Beutespektrums von Greifvögeln, auch nicht von Adlern.
Da die Haltung von Greifvögel in Österreich vergleichsweise selten ist, sind natürlich alle diesbezüglichen Vorfälle auf Grund ihrer Seltenheit von besonderem medialen Interesse. Dennoch wäre es unseriös, einzelne Fälle, die auch noch gar nicht genau nachvollzogen sind, als Anlass herzunehmen, um etablierte Regelwerke umzustoßen.

Jedenfalls ist jeder Unfall zuviel und der ÖFB wünscht dem verletzten Mädchen eine rasche Genesung.


Falknerei auf der Hohen Jagd

Vom 21.02.2019 bis zum 24.02.2019 fand in Salzburg erneut die Hohe Jagd und Fischerei statt.

Obwohl sicherlich die aktuellen Änderungen des Waffengesetzes der Messe ihren Stempel aufgedrückt haben, konnte sich die Falknerei am Stand, welcher durch den Salzburger Landesfalkenhof und den Österreichischen Falknerbund betreut wurde, gut in Szene setzen. Wir freuten uns sehr über die Besuche von Freunden und Förderern aus der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Weitere Bilder können auf unserer Facebook Seite betrachtet werden.


Falknerkurs Schloß Waldreichs

Falknerei ist auch Nachwuchsarbeit - So wurde das Wochenende von 5 angehenden Jungfalknern genutzt, sich gemeinsam mit "alten Hasen" auf die anstehenden Herausforderungen vorzubereiten. Wir wünschen den Prüflingen alles Gute und ein kräftiges Falkners Heil für die anstehenden Prüfungen!

Am 02.02.2019 fanden sich insgesamt fünf angehende Jungfalkner/innen zusammen, welche im März in Kärnten bzw. im April in Salzburg die Beizjagdprüfung ablegen werden. Um 08:00 Uhr war unsere erste Station in Krems an der Donau bei Martin Fechner, welcher uns die artgerechte Unterbringung eines Greifvogels in der Praxis zeigte. Anschließend fuhren wir weiter zum Schloss Waldreichs, wo uns schon Monika Hiebeler, Ladislav Fekete und Christian Großkopf erwarteten. Monika Hiebeler war so nett und hat uns Räumlichkeiten und die notwendige Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Mit Ladislav Fekete, Martin Fechner und Christian Großkopf wurde anschließend der gesamte prüfungsrelevante Stoff wiederholt, sodass uns gegen 16:30 Uhr die Köpfe rauchten. Anhand von Präparaten konnten wir unsere Fähigkeiten in der Bestimmung von Greifvögeln testen und verbessern. Ein besonderer Höhepunkt dieses Tages waren sicherlich die ersten praktischen Flugerfahrungen, welche wir mit einem Harris Hawk machen durften. Diese praktischen Übungen haben erheblich dazu beigetragen, dass für uns die theoretischen Aspekte besser verständlich gemacht wurden. Nach so einem informativen und erlebnisreichen Tag gehen wir neu motiviert in die weitere Prüfungsvorbereitung und sind zuversichtlich, dass alle anwesenden Jungfalkner/innen die Prüfung positiv absolvieren werden.
Wir möchten uns nochmals herzlich bei Monika Hiebeler, Ladislav Fekete, Martin Fechner und Christian Großkopf für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung bedanken.

Gerald Hochwallner