Für viele Greifvogel-Liebhaber und Falkner hierzulande völlig unbemerkt, spielt sich seit einigen Jahren in Indien, Nepal und Pakistan ein Tragödie großen Ausmaßes ab. Der Bestand des Weißrückengei- ers (Gyps bengalesis, G. tenuirostris, G. indicus eines nahen Verwandten des Gänsegeiers) ist in den letzten Jahren um mehr als 97 % (!) zurückgegangen – die Geier sterben dahin wie sprichwörtlichen die Fliegen. Hauptverursacher des Massensterbens ist das aus der Humanmedizin stammen des entzündungshemmende Mittel Diclofenac, das seit den 90er Jahren in Indien, Pakistan und Nepal auch in der Tiermedizin eingesetzt wird – vor allem bei Rindern, die an Fieber und Entzündungen aller Art erkranken. Rinder sind in diesen Ländern wichtige Arbeitstiere, gegessen wird Rindfleisch kaum. Verendennun Rinder, die mit Diclofenac behandelt wurden, werden ihre Kadaver von Geiern entsorgt, die den für sie toxischen Wirkstoff aufnehmen. Die Tiere leiden in kürzester Zeit an gichtähnlichen Symptome und sterben schließlich an Nierenversagen.
Weißrückengeier
Einige Naturschutzorganisationen (NABU, RSPB) unternehmen bereits Anstrengungen, die in Richtung Zucht und Auswilderung gehen. Wie Falkner wissen, sind Zuchtprojekte jedoch eine eher längerfristige Geschichte. Der bekannte englischer Falkner und leidenschaftliche Paragleiter Scott Mason, der in Pokhara, Nepal eine Greifvogelauffangstation betreibt, möchte nun einen Versuch starten, mit sogenannten „Geier- Restaurants” um die lokale Population zu stabilisieren. Die Geier werden durch gezielte Fütterung immer an der gleichen Stelle mit gesunder, Diclofenac freier Nahrung versorgt – eine bewährte Methode auch in Oberitalien (Mönchsgeier), wenn auch eher zu touristischen Zwecken.
Auf Initiative von Mag. Christian Habich hat sich der ÖFB entschlossen, einen Versuch zu starten, das Projekt von Scott Mason zu unterstützen. Als Falkner sind wir in erster Linie auch Greifvogelschützer und hoffen in dieser Sache auch ganz stark auf die Unterstützung durch die IAF und den CIC. Scott Mason benötigt für die Realisierung seines Projektes ein Jahresbudget von ca. $ 25.000.
ÖFB-Mitglieder bzw. auch Nichtmitglieder die sich persönlich mit einer (möglichst großen) Spende beteiligen möchten, bitten wir um ein kurzes Email an
Ganze 80 Seiten umfaßt die neueste Ausgabe des ÖFB Magazins 'Der Falkenblick'. Das abgelaufene Falknerjahr 2007 war ein langes und sehr ereignisreiches für den Österreichischen Falknerbund. Neben ausführlichen Berichten über die beiden Hauptereignisse, dem Falknerfestival in England und dem Internationalen Symposium bzw. Falknertagung auf der Rosenburg, gibt es auch wieder einige sehr interessante Artikel und Erlebnisberichte zur praktischen Falknerei.
Die Redaktion möchte sich hiermit im Namen des ÖFB bei den vielen Autoren aus dem In- und Ausland herzlich für die Beiträge bedanken.
von José Manuel Rodríguez-Villa Präsident CIC Kommission Falknerei
1. Sitzung der Kommission für Falknerei und Greifvogelschutz Marrakesch, 23. April 2008
Die Sitzung (ca. 80 Teilnehmer) begann mit einem Willkommensstatement durch Kommissionspräsident José Manuel Rodríguez-Villa, einem Rückblick auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres, wie bereits zuvor an die CIC EC berichtet und in der Tagesordnung der Generalversammlung 2007 enthalten. Besonderer Dank erging an die Mitglieder des Falknerverbandes von Marokko, die an der Sitzung in ihrer traditionellen Tracht teilnahmen und mit einem herzlichen Applaus bedacht wurden.
Chaouni Abdelak, ein Historiker und Verbandssekretär, hielt eine sehr interessante Präsentation über die Rolle der Maghreb Länder in der internationalen Geschichte der Falknerei. Kieran Buckley aus Irland berichtete über das Irische Grey Partridge Trust Projekt (Rebhuhn Projekt) welches von der CIC Kommission Falknerei unterstützt wird. Kieran ist der Projektleiter. Das Projekt beschäftigt sich hauptsächlich mit dem schwindenden Bestand des irischen Rebhuhns. Karl-Heinz Gersmann, der CIC Delegierte des DFO unterichtete das Auditorium über das Wanderfalken-Baumbrüter-Projekt in Deutschland. Es handelt sich hier um ein Projekt, das schon seit vielen Jahren von der CIC FC und dem DFO unterstützt wird und vielversprechende Ergebnisse erzielt hat. Ein ausführlicher schriftlicher Bericht über das Projekt wurde an das EC zur Veröffentlichung im CIC Newsletter weitergeleitet – wie auch das vorgenannte Rebhuhn- Projekt. Der letzte Punkt der Tagesordnung, die Neuwahl des Direktoriums, wurde von Präsident der CIC FC geleitet. Er teilte mit, daß für das Präsidentenamt keine weiteren Kandidaturen vorlagen als seine eigene. Er befragte die Sitzungsteilnehmer, ob es diesbezüglich Einsprüche gäbe. Da es keine Einsprüche gab, wurde Jose Manuel Rodriguez-Villa einstimmig zu Präsidenten der CIC FC wiedergewählt. Der alte und neue Präsident brachte seine Intention zum Ausdruck, einige Veränderungen im Präsidium vornehmen zu wollen. Er bedankte sich bei den bisherigen Vizepräsidenten Mag. Monika Reiterer und Dr. Igor Tavcar für ihre Mitarbeit in der Kommission und schlug Karl-Heinz Gersmann und Dr. Harald Barsch, Präsident des ÖFB, als neue Vizepräsidenten der CIC Kommission für Falknerei vor. Ebenso schlug er vor, Patrick Morel in seinem bisherigem Amt als Vizepräsident, mit Fokus auf das UNESCO Projekt, zu bestätigen. Die Vorschläge wurden von den Sitzungsteilnehmern einstimmig angenommen.
Foto: H. Niesters
2. Sitzung der Kommission für Falknerei und Greifvogelschutz Marrakesch, 25. April 2008
Die komplette zweite Sitzung war der Präsentation von Dr. Fred Lacroix, Direktor der Emirates Centre for Wildlife Propagation, in Missour (Ost-Marokko) gewidmet. Die Präsentation behandelte das riesige Projekt zur Züchtung und Auswilderung der Wüstentrappe (Houbara), welches von der Regierung der Vereinigten Arabischen Emiraten durchgeführt wird. Die Houbara Trappe ist das traditionelle Beizwild der arabischen Falknerei und der Bestand ist in manchen Gebieten aufgrund von Überbejagung, Wilderei und Habitatveränderung drastisch zurückgegangen. Das massive Projekt besteht aus zwei Zuchtanlagen in Marokko, riesigen Schutzzonen und einem Auswilderungsplan, der alleine 2007 8.000 Tiere umfasste. Es handelt sich hier um das erste erfolgreiche Projekt zur nachhaltigen Wildbewirtschaftung in der arabischen Falknerei. Weiters profitiert durch das Projekt die gesamte Missour Region in Marokko in Sachen Beschäftigung, Schulwesen, Gesundheitswesen und Infrastruktur – ein hervorragendes Beispiel von ländlicher Entwicklung durch die Jagd bzw. in diesem Fall Beizjagd. Nach der Präsentation gab es noch einige Fragen aus dem Auditorium, die von Dr. Lacroix ausführlich beantwortet wurden.
Da ich es in den letzten fünf Jahren nicht geschafft habe einen Wanderfalken auf Krähen einzufliegen, wollte ich es mit einem Habicht versuchen. Nicht, weil ich keine Zeit hatte, sondern weil ich es einfach nicht fertiggebracht habe ein Wanderfalkenweib einzujagen, das regelmässig Krähen fängt. Manchmal wusste ich nicht mehr sicher, ob ich für die Beizjagd tauglich bin. Aber wenn ich etwas anfange, mache ich keine halben Sachen. Ich gebe also nicht auf. Ich hatte ja zwischendurch auch kleine Erfolge. Jemand hat einmal gesagt: „Die Falknerei ist eine Kunst, darum kann es nicht jeder!“
Ich bekam also im Sommer 2007 einen Habichtsterzel von Ulf Voss aus Norddeutschland. Es war ein Habicht der Nominatform. Also: Accipiter gentilis gentilis. Diese Vögel sind ziemlich gross und sehr angenehm und ruhig im Wesen. Wie es skandinavische Habichte eben sind. Der Terzel wog etwa 800g als ich ihn bekam. Es war ein schlanker, langer Vogel mit einem sehr langen Start! Ich hatte eine Riesenfreude an ihm. Endlich einmal richtig beizen! Leider hielt diese Freude nicht lange an. Der schöne Habichtsterzel ist mir nach kurzer Zeit völlig unerwartet an Trichomonaden eingegangen! Ich hatte ihn schon 5 mal frei geflogen! Und am sechsten Abend hatte er plötzlich keine Kraft mehr. Am nächsten Morgen war er tot! Leider hat man überhaupt nichts gemerkt sonst hätte ich etwas dagegen tun können. Nun war es aber wieder nichts! Wieder ein Winter ohne Beize! Solche und andere Gedanken, die ich aber lieber nicht veröffentliche, gingen mir durch den Kopf.
Doch dann bekam ich die Möglichkeit einen weiblichen Habicht von Christian Schmid für diese Saison zu fliegen. Der Habicht ist im zweiten Flug. Im ersten Jahr wurden zwei Hasen gebeizt, und sonst nur freie Folge und Appellflüge gemacht. Der Habicht wurde aber sehr gut abgetragen. Doch der Erfolg begann noch nicht hier! Dieses grosse Habichtsweib wurde auch von Ulf Voss gezüchtet, also auch finnischen oder einfach nordischen Ursprungs. Gewaltige Hände, einen so langen Start wie ich ihn noch nie bei einem Habicht gesehen habe und ganz schön gross! Das waren meine ersten Eindrücke von ihr. Sie wog 1050g. War also schon stark vom Gewicht genommen. Mit diesem Riesenvogel fängst du keine Krähen! So die Aussage eines Krähenfalkners. Naja, ich wusste ja selber nicht, ob dieser grosse Habicht Krähen fängt. Aber ich habe Zeit um es herauszufinden. Es ist mein erstes Habichtsweib. Als ich sie ganz am Anfang auf der Faust hatte, ging mir immer wieder der Name Wilma durch den Kopf. Und dabei sollte es auch bleiben. Wilma war vom ersten Tag an sehr locke. Um sie aber ein bisschen fit zu machen und an mich zu gewöhnen, habe ich sie senkrecht vom Sprenkel zur Faust springen lassen. Am dritten Tag machte sie schon 60-70 Sprünge. Der Stoffwechsel war auch angeregt. Nach zwei weiteren Tagen Atzen am Federspiel, fuhr ich mit ihr am 27.September 2007 ins Feld. Haube weg! Ein paar Sekunden guckte Wilma um sich. Doch dann startete sie miDa ich es in den letzten fünf Jahren nicht geschafft habe einen Wanderfalken auf Krähen einzufliegen, wollte ich es mit einem Habicht versuchen. Nicht, weil ich keine Zeit hatte, sondern weil ich es einfach nicht fertiggebracht habe ein Wanderfalkenweib einzujagen, das regelmässig Krähen fängt. Manchmal wusste ich nicht mehr sicher, ob ich für die Beizjagd tauglich bin. Aber wenn ich etwas anfange, mache ich keine halben Sachen. Ich gebe also nicht auf. Ich hatte ja zwischendurch auch kleine Erfolge. Jemand hat einmal gesagt: „Die Falknerei ist eine Kunst, darum kann es nicht jeder!“
Der diesjährige Vorbereitungskurs für die Beizjagdprüfung wurde heuer an drei Wochenenden im April, wiederum im Schloss Mageregg der Kärntner Jägerschaft in Klagenfurt abgehalten. 33 Teilnehmer aus ganz Österreich haben am Kurs teilgenommen und sich die Grundsätze der Falknerei, wie zB die Gebiete der Greifvogelkunde, Geschichte, Ausrüstung, Greifvogelkrankheiten, Beizwild, Jagdhunde, das Abtragen der Beizvögel, sowie insbesondere auch die artgerechte Haltung, Versorgung und Ernährung der Greifvögel angeeignet. Aber nicht nur auf die Theorie, sondern immer mehr auf die Praxis wird im Kurs Wert gelegt, weshalb ein ganzer Tag gänzlich der Praxis gewidmet wird. An diesem Praxistag im großen Park des Schlosses werden den Kursteilnehmern verschiedenste Beizvögel im Flug und beim Training vorgeführt und anschließend haben sie die Möglichkeit selbstständig mit den befiederten Jagdgehilfen unter Aufsicht erfahrener Falkner zu üben. Dabei wird gefordert, dass jeder angehende Jungfalkner selbstständig das Geschüh, die Drahle, die Langfessel anlegen kann, aber auch das Verhauben, den Falknerknoten und überhaupt den richtigen Umgang mit den Beizvögeln beherrscht. An dieser Stelle sei nochmals den Falknern Alfons BREZINA, Adolf KANDLER und Walter ANDRITSCH für die tatkräftige Unterstützung bei den praktischen Übungen gedankt. Auch die Vortragenden Oberfalkner Ferdinand PIRMANN, Oberfalkner Walter DIERNBERGER und der Kursleiter Oberfalkner Gero STEINACHER hatten ihre Beizvögel mit, um diese vorstellen zu können. Am 2. Mai wurde dann die Beizjagdprüfung von FM Ing. Hubert HOFER und OF Dr. Heinz ANTONITSCH in den Sälen des Schlosses abgehalten. Beide sind selbst praktische Falkner und somit in jeder Hinsicht bestens mit der Falknerei betraut. Die Prüfer zeigten sich sowohl über den theoretischen als auch über den praktischen Wissensstand der Prüflinge sehr zufrieden und honorierten diesen mit der „weißen Fahne“! Aber dennoch ist allen frisch gebackenen Jungfalknern wohl bewusst, dass mit der abgelegten Prüfung nur der Grundstein gelegt wurde und die Lehrjahre in der Falknerei erst jetzt beginnen!
Ein weiterer Prüfungstermin findet am 29. August 2008 statt. Die Anmeldung dafür muss bis zum 30. Juni bei der Kärntner Jägerschaft erfolgen. Für diesen wird jedoch kein gesonderter Kurs stattfinden. Der nächste Beizjagdkurs wird im Frühjahr 2009 durchgeführt werden. Nähere Infos darüber werden auf der Homepage des Österr. Falknerbundes unter www.falknerbund.com oder telefonisch unter 0664/423 30 20 (Kursleiter Gero STEINACHER) zu erfahren sein.
Der Österreichische Falknerbund und die Kärntner Jägerschaft gratulieren den Jungfalknern zur bestandenen Prüfung und wünschen ihnen bei der Ausübung der Beizjagd viel Freunde und ein kräftiges Falknersheil!
Das erste Jahr eines Wanderfalken, der auf Krähen eingesetzt wurde
Im Frühjahr ist für einige Falkner Neuorientierung und so mancher setzt sich mit dem Gedanken auseinander, sich einen Krähenfalken aufzustellen. Es gibt Vor- und Nachteile, die nach den eigenen Möglichkeiten abzuwägen sind. Ich spreche hier von der Krähenjagd mit einem Falken. Fünf grundlegende Elemente sind für diese Art der Falknerei erforderlich:
·1 Genügend Krähen ·2 Offenes Gelände mit einzelnen Bäumen oder Baumgruppen ·3 Mehrere Reviere, die mit dem Falken bejagt werden können ·4 Drei Jagdeinsätze in der Woche, auch im Winter ·5 Einen Falken mit Herz, der die Krähen auch liebt
Der Falkner oder die Falknerin, die diese Kriterien erfüllen kann, wird mit der Krähenjagd Flüge erleben, die den Falken fordern und Strecken, die fast keine andere Beizjagd hervorbringt. Durch regelmäßige Erfolge werden die Falken derart motiviert, dass sie in höchster Kondition geflogen werden können. Das Flugvermögen von Krähenfalken die 4-6 Monate auf den Schwingen sind, ist enorm, wenn sie in dieser Zeitspanne zwischen 50- 100 Krähen fangen.
Auf Beizjagd mit einem afrikanischem Habichtsadler in Tansania
Die Idee mit der Falknerei begleitete mich schon seit früher Kindheit.
Als ich noch in der Schweiz lebte, hatte ich das Glück Fredy kennen zu
lernen. Er weihte mich in die Passion der Beizjagd ein und ich
begleitete ihn mehrmals auf Krähen- Beizjagd. Durch das Angebot in
Tansania ein Geschäft aufbauen zu können kam auch das Thema Beizjagd
ins Gespräch. Bisher hatte ich noch nie einen Greifvogel abgerichtet,
mein Umfeld erlaubte es mir nicht. Doch in Tansania müsste es doch
gehen. Mit Fredy besprachen wir die verschiedenen Möglichkeiten. Erst
mal hingehen, dann erst Pläne schmieden. Im April 1994 flog ich zum
ersten Mal nach Arusha. Land war genügend da und bald schon stand die
erste Voliere. Aufgrund der vielen Tieren: Mungos, Ginsterkatzen,
Schakale, Schlangen, verwilderte Hunde, etc. musste die Voliere
engmaschig und 100 % sicher sein. Beute war viel da. Tauben in Massen,
Frankoline, Perlhühner, Hasen, kleine Trappen und von Allem reichlich.
In der Zwischenzeit besorgte Fredy sich einen Wanderfalken Terzel und
flog ihn auf Tauben ein. Die Cites Dokumente waren schnell besorgt. Bis
zum kurz vor dem Abflug wusste Fredy jedoch nicht, ob die
Fluggesellschaft KLM überhaupt den Vogel mitnimmt. Im letzten Moment
klappte es doch noch. Der Pilot rief Fredy ins
Der bekannte Falkner und ÖFB Falknermeister Florian Zlimnig hat ein kleines Tagebuch seiner 'Krähensaison' geführt, welches interessante Einblicke gewährt und sicherlich den einen oder anderen Tip für angehende Krähenfalkner enthält.
Tolle Fotos (für die wir uns hiermit nochmals recht herzlich bei Oberförster Helmut Fladenhuber bedanken) der Krähenbeizen aus dem Tagebuch. , gibt's in der Fotogallerie.
ÖFB Wanderfalkenprojekt - Preisverleihung
Am vergangenen Freitag ( 16.11.07 ) war es soweit. Die Wochenzeitung RUNDSCHAU veranstaltete in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Oberösterreich in Linz die Verleihung des Wirtschaftspreises „Schrittmacher 07“. Dabei wurden regionale Betriebe aus den Bezirken Linz-Stadt und Linz-Land mit innovativen Ideen geehrt. Das mit Jahresmitte gestartete Wanderfalkenauswilderungsprojekt (Österr. Falknerbund/Fixkraft) am Betriebsgelände in Enns zeigte in der Praxis schon nach kurzer Zeit Erfolge und beeindruckte die Jury. Mit einer Nominierung für Platz zwei, in der Kategorie mehr als 50 Mitarbeiter Bezirk Lind-Land, wurde die umgesetzte Innovation gewürdigt und zeigt wiederum auf das ein solches Kooperationsprojekt durchaus eine breite Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Die beiden Projektleiter Hr. Strittl / Hr. Mayr (beide Österr. Falknerbund) begleiteten Hr. Bauinger (GF Fixkraft), zur Preisverleihung. Bei einem delikaten Buffet fand die rundum top organisierte Veranstaltung ein Ausklingen.
FH Werner Mayr
ÖFB Tagung 2007 - Berichte & Gallerien
Pressespiegel ÖFB Wanderfalkenprojekt
Das Wanderfalkenauswilderungsprojekt der ÖFB Landesgruppe Oberösterreich war ein voller Erfolg. Wie bereits berichtet wurden mit Hilfe der Firma Fixkraft mehrere Wanderfalken ausgewildert, um der Taubenplage rund um das Fabriksgelände des Futtermittelherstellers Herr zu werden.
Dank der hervorragenden Öffentlichkeitsarbeit der LG Oberösterreich unter der Leitung von Kurt Strittl war die Reaktion der Presse durchwegs positiv. Anbei ein kurzer Pressespiegel dieses zukunftsweisenden Projektes. Bericht 'Volksblatt' Oberösterreich v. 5. Juli 2007
Was viele Falkner und Jäger wissen, aber bisher nur ganz wenige tatsächlich gesehen haben, wurde kürzlich zufällig gefilmt: Ein Steinadler (Wildvogel) schlägt vor laufender Kamera eines Naturfilmers gleich zwei (!) balzende Auerhähne gleichzeitig.
Die Filmsequenz ist auf der Webseite desnorwegischen TV Senders NRK NETT-TV zu sehen. Ein Klick auf das Bild leitet Interessierte direkt auf Seite.
Das Internationale Falkner Festival in England war ein voller Erfolg
Was ursprünglich 'nur' eine Idee von Dr. Nick Fox und Jim Chick war, wurde innerhalb eines Jahres (!) auf beeindruckende Weise umgesetzt. Den Organisatoren dieser hervorragenden Präsentation internationaler Falknerei gebührt uneingeschränkte Hochachtung . Das Vorhaben der Veranstalter (UK Hawkboard & Emirates Falconer Club) auf dem Weg zur Erlangung eines Status des Weltkulturerbes Falknerei durch die UNESCO, nämlich ein nachhaltiges und vor allem internationales Statement in Sachen Falknerei zu setzen, ist wohl eindeutig gelungen.
Der ÖFB hat bereits vor über einem Jahr, während des Besuchs von Dr. Fox und Jim Chick bei der Pfingstveranstaltung auf der Rosenburg, dem Veranstalter seine volle Unterstützung zugesagt, da wir davon überzeugt sind, daß ein selbstbewußtes und öffentliches Auftreten der Falkner - sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene - richtungsweisend für die Zunkunft der Falknerei ist.
Wir glauben in Anbetracht der Größe unseres Vereines einen nicht unbeträchtlichen Beitrag zum Gelingen des Festivals geleistet zu haben und sind zugleich dankbar und stolz darauf, unsere Falknertradition auf der internationalen Bühne vorgestellt zu haben. Das ÖFB Falknercamp wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem der meistbesuchtesten Camps der Veranstaltung und unsere aus dem Stegreif organisierte Abschlußparty am Sonntag Abend war in jeder Hinsicht eine einzigartiges Zusammentreffen des Who's Who der internationalen Falknerei. Nicht umsonst erfreut sich die sprichwörtliche österreichische Gastfreundschaft als Mittler zwischen den Völkern eines exzellenten Rufes. Einen kräftigen Falknersdank an alle unsere fleissigen Helfer, die zum Gelingen tatkräftig beigetragen haben!
Der Vorsitzende des UK Hawkboards, Jim Chick hat seinen Dank an den ÖFB in einem persönlichen Brief zum Ausdruck gebracht, aus dem ich gerne ein kurzes Exzerpt im Originaltext wiedergebe:
'From the outset you were one of our most enthusiastic supporters, and instrumental in ensuring that Austria`s falconry heritage and wider national culture received the representation it deserves. Having your national delegation bring along the stunning costumes from Josef Hiebeler added immeasurably to our Royal Courts event, and really brought to life many periods of our history. The Baroque costumes were particularly impressive, this being a period when falconry was in decline in much of Europe. It was great to see this continuity of sport so well represented from Frederick II to the turn of the twentieth century. Your incredible hospitality was also greatly appreciated - not least by members of our organising team, though I know the world's falconers were represented at your camp on the Sunday night. This was a great moment to celebrate our kinship as falconers.'
Wir möchten uns an dieser Stelle auch nochmals recht herzlich bei allen Helfern aus unseren Reihen und Sponsoren, hier vor allem bei der Österreich Werbung und der Hirter Privatbrauerei bedanken.
Aus gegebenen Anlaß (Internationales Falkner Festival in Reading/London) hat der neue Präsident der IAF, Mr. Frank Bond, unsere Einladung angenommen und seine Ankunft in Europa um einige Tage vorverlegt, um Österreich einen Besuch abzustatten. Es war dies der erste 'offizielle Auslandsbesuch' seit seiner Wahl im November letzten Jahres.
J. Hiebeler, Dr. Barsch, Frank Bond, Birgit
Daß Mr. Bond seinem Namen alle Ehre macht und anscheinend nicht gerade zart besaitet ist, stellte sich gleich bei seiner Ankunft am Flughafen Klagenfurt heraus: Mir war irgendwie aufgefallen, daß er beim Heben seines schweren Koffers ganz leicht das Lächeln 'verzogen' hatte .... nach meiner etwas bestimmteren Nachfrage stellte sich doch tatsächlich heraus, daß er sich 2 Tage vor der Abreise bei einem abenteuerlichen Abflug von seinem Pferd einige Rippen gebrochen hatte, aber jegliche ärztliche Unterstützung strikt ablehnte!
Den ersten 'Arbeitstag' des dichten Terminkalenders gab's dann gleich am nächsten Morgen. Unser ÖFB Präsident Dr. Barsch hatte die Räumlichkeiten des Salzburger Landesfalkenhofes auf der Burg Hohenwerfen für eine erste Arbeitssitzung ausgesucht, wo der neue IAF Präsident auch gleich die Gelegenheit hatte, das kleine Falknereimuseum zu besichtigen und einer Falknerei- bzw. Flugvorführung des Landesfalkenhofes beizuwohnen. Erwartungsgemäß war Mr. Bond von beidem begeistert und sprach dem Falkenhof seine Wertschätzung für das Gebotene aus. Als aktiver Falkner (berittene Kranichbeize mit Gerfalken) konnte er die falknerische Leistung der Flugvorführung durchaus erkennen und würdigen.
Privatführung von Hr. Hiebeler
In den anschließenden Gesprächen mit Dr. Barsch waren, neben einer kurzen Erörterung der Ereignisse der letzten 12 Monate, hauptsächlich die zukünftigen Entwicklungen und Herausforderungen im ÖFB und der IAF bzw. der Greifvogelschutz das zentrale Thema. Mr. Bond zeigte sich vom pro-aktiven und zukunftsorientierten Anspruch des ÖFB sehr beeindruckt. Vor allem das Öberösterreichische Wanderfalkenprojekt mit seinem 'corporate financing' fanden seinen uneingeschränkten Zuspruch.
Mit einer zünftigen Jause und allerlei falknerischen und nicht-falknerischen Anekdoten (Mr. Bond ist z.B. begeisterter Brotbäcker!) wurde der offizielle Teil dieses Tages beendet. Ein großer Dank ergeht an Josef Hiebeler für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und des, wie immer, perfekten falknerischen Ambiente!
Da Dr. Barsch voll in den Vorbereitungen für das Internationale Falkner Festival steckte, standen am nächsten Tag das Treffen mit Dr. Roman Savic aus Slowenien und die ausführliche Besichtigung der Werkstätten zweier Ferlacher Büchsenmachermeister am Programm. An dieser Stelle möchte ich mich, auch im Namen von Mr. Bond, ganz herzlich für die Gastfreundschaft der Herren Borovnik und Scheiring bedanken - Mr. Bond schwärmt noch immer vom Gesehenen!
Hr. Leitner, C. Habich, Frank Bond, Dr. Barsch
Am vorletzten Tag des Besuches konnten wir Mr. Bond noch einmal eine ganz besondere Überraschung bereiten: Ein Arbeitstreffen in den historischen Räumlichkeiten auf der Burg Hochosterwitz, in denen 1963 die Idee für die Gründung der IAF geboren wurde. Damit an diesem Tag auch wirklich fast alle Falkner Österreichs vertreten waren, war zu diesem Treffen auch der Präsident der ZÖF, Hr. Leitner eingeladen. Während des überaus konstruktiven Gesprächs konnte sich der IAF Präsident persönlich davon überzeugen, daß bei den österreichischen Falknern in grundsätzlichen Fragen (z.B. Greifvogelschutz, Hybride etc.) völlige Übereinstimmung herrscht.
Der letzte Tag stand dann im Zeichen des gemeinsamen Aufbruchs zum Internationalen Falknerfestival in Reading/UK.
Steinadler in Oberösterreich abgeschossen!
Ein abgeschossener Steinadler verursacht in Weyer (Steyr-Land, OÖ) Aufregung. Ein Spaziergänger fand den Greifvogel auf einer Schotterbank der Enns, unterhalb der Kesselbrücke an der Grenze zwischen Oberösterreich und Steiermark. Dem Vogel wurden Kopf, Fänge, Teile der rechten Schwinge und Flaumfedern abgetrennt. Eine Untersuchung durch das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien ergab, dass es sich bei dem toten Steinadler um ein Weibchen gehandelt hat und im Sitzen erschossen wurde. Das Tier wog 5 kg und wies eine Flügelspannweite von 2 Metern auf. Es sei gut möglich, dass es Junge zu versorgen gehabt habe, sagt Nationalparkdirektor Erich Mayrhofer. Für den Nachwuchs würden dann kaum Überlebenschancen bestehen. Das Motiv bleibt rätselhaft.Der Fundort liegt zwischen Nationalpark und Gesäuse.
Der Nationalpark Kalkalpen hat für Hinweise die zur Ergreifung des Täters führen eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt. Der Oberösterreichische Landesjagdverband hat diese Summe auf 1000 Euro verdoppelt.
Pfingstaufführung Rosenburg: Falknerei am Hof Kurfürsts Clemens August von Köln
von Univ. Doz. DDr. Sigrid Schwenk
.
Wer nicht zum ersten Mal zu einer Falknereivorführung auf Schloss Rosenburg kommt, erwartet viel. Doch das, was in vier Vorstellungen am Pfingstsonntag und -montag zur Falknerei am Hof von Clemens August (1700-1761), Erzbischof und Kurfürst von Köln, geboten wurde, übertraf selbst hochgespannte Erwartungen bei weitem.
Das berühmte Wort des Falkenkaisers Friedrich II von Hohenstaufen „Von der Kunst mit Vögeln zu jagen“ („De arte venandi cum avibus“) wurde sinnenhaft erfahrbare Wirklichkeit. Obwohl das Wetter nicht gerade ideal, ja sogar teilweise drückend schwül war, spielte sich vor den Augen der zahlreichen Zuseher ein barockes Hoffest ab, das Falknerei als Teil der Jagdkunst in höchster Qualität zeigte:
.
Vom Jagdfrühstück zu Beginn eines Jagdtags über Falkenjungen mit Taubenkorb und Falkencage, Falkner und Falknerinnen zu Fuß und vor allem zu Pferd (die Damen natürlich im schwierigen und gefährlichen Damensitz) bis hin zu fast unglaublich falknerischen Leistungen- etwa die hohe Schule der Federspielarbeit zu Pferd, die rasante Arbeit zweier Koppelfalken vom Pferd aus oder gar der elegante Flug eines Sakerfalken unter dem Falknerpferd hindurch, das Zusammenspiel rassiger, temperamentvoller Falknerpferde, schneller Falknerhunde und trotz Witterung leistungsstarker Falken (ein Zeichen großer falknerischer Abtragekunst) – um nur einiges aus dem einstündigen historischen Vorstellungsteil zu nennen.
Dazu Reitkunst mit feurigen und eleganten Pferden in faszinierender Schönheit und unglaublicher Präzision. Beeindruckend
.
die große Barockquadrille am Ende des historischen Teils, herausragend die“ Hohe Schule“, geritten auf einem Menorquinpferd- Darbietungen,die den begeisterten Zusehern den Atem nahmen. Umrahmt von einer barocken Hofmusikkapelle und französischen Jagdhörnrn in D( den Trompes), getragen vom überall spürbaren Engagement und Können der Mitwirkenden, die zu falknerischen und reiterlichen Leistungen höchster Qualität führten, bot sich das Abbild einer barocken höfischen Falknerei in bewundernswürdiger historischer Genauigkeit.Angefangen bei den prächtigen Kostümen. Vorwiegend in Blau- Clemens August, ein Wittelsbacher, hatte wie sein Vater, der „Blaue Kurfürst“, blau zur Grundfarbe seiner Hofausstattung gewählt-, über die richtigen barocken Pferderassen mit barockem Geschirr und Sattelzeug, barocke Jagdkutschen verschiedener Ausprägung und eine bis ins Kleinste authentisch wirkende barocke Ausstattung bis hin zur atemberaubenden barocken Falkonier-und Reitkunst.
Den abschließenden Vorführungsteil zur modernen Falknerei und Greifvogelkunde eingeschlossen, waren die Pfingstvorführungen auf Schloss Rosenburg wahrhaftig Öffentlichkeitsarbeit für die Falknerei-und damit füt die Jagd- vom Feinsten.
.
.
.
Roy Lupton, Josef Hiebeler, EHP Walter Crammer
Falco - Magazin der Middle East Falcon Research Group
Einigen Falknern sicherlich ein Begriff - vielen jedoch völlig unbekannt - widmet sich die Middle East Falcon Research Group hauptsächlich der nachhaltigen Verwendung von Falken und deren Beutewild für die Falknerei. Ein weiteres Ziel der MEFRG ist es, ein gemeinsames Austauschforum für Information zu bilden und gemeinsame Forschungsprogramme von Einzelpersonen, Forschungsorganisationen, Universitäten und Regierungen zu fördern.
Naturgemäß nimmt die Saker Forschung bei der MEFRG einen sehr hohen Stellenwert ein und ist hinsichtlich Ressourcen, Professionalität und Wissensstand weltweit führend. In der neuesten Ausgabe des MEFRG Magazins ist auch die wachsende Sakerpopulation Österreichs erwähnt und es wird anhand interessanter Statistiken darauf hingewiesen, daß der derzeitige Bestand an Brutpaaren in Österreich der höchste seit Beginn der Aufzeichnungen ist.
Für alle Falkner, Biologen, Veterinäre und sonstige Interessierte gibt's hier alle 29 Ausgaben der sehr wissenschaftlich gehaltenen Publikation in electronischer Form (PDF) zum downloaden.
Sharptail Grouse BALZ in Alberta
Unser lieber Freund, Falkner und Naturfotograph Mark Williams hat uns wieder mal aufregend schöne Bilder der diesjährigen Sharptail Grouse Balz gesandt. Als hervorragender Falkner kennt er natürlich die Balzplätze der bevorzugten Beute seiner Gerfalken und 'bejagt' diese regelmäßig im Frühjahr - mit seinem 600mm Canon Objektiv ....
Die Fotos sprechen für sich!
Gerfalken Wildfang zu Forschungszwecken
von Mark Williams, Canada Heute morgen war's wieder mal wunderbar – klarer blauer Himmel und -17 Grad. Zusammen mit meinem Freund Johnny Groves machten wir uns also auf den Weg, im Auftrag der Kanadischen Regierung einen wilden Gerfalken zu fangen und mit einem Satelliten-Sender für Forschungszwecke auszustatten. Lustigerweise konnte ich nur knapp außerhalb der Stadt Calgary, direkt neben der Autobahn ein Exemplar im Fernglas ausmachen. Um's kurz zu machen, wir hatten sie dank einer Taube und einem Schlingenteppich innerhalb von 30 Minuten im Auto. Es war ein schöner Vogel, wie auf den Bildern zu sehen ist. Sie hatte 1548 Gramm und war damit fast 500 Gramm schwerer als mein Gerterzel. Das interessante daran ist, daß mein Terzel ein östlicher Typus ist und das gefangene Weib ein westlicher Typus. Klarerweise waren ihre Hände auch ein ganzes Stück größer. (Für die Fortsetzung des Artikels bitte auf 'Weiterlesen' klicken)
von Shawn Hayes, USA Nach der NAFA Tagung in Kearney, Nebraska, fuhr ich in eine Gegend, die ca. zwei Stunden nördlich vom Tagungsort lag. Während der Tagung war das Wetter zwar schön, jedoch ein bißchen zu warm im Vergleich zum normalen Flugwetter meiner Falken. Nachdem ich zwei Tage lang die neue Gegend erkundet hatte, fand ich drei Felder mit einer guten Anzahl von Prairiechicken. Ich saß also gleich am nächsten Morgen am Rande eines Feldes, in welches die Hühner zur Futtersuche einfielen – pünktlich auf die Minute - genauso wie sie es gestern getan hatten. Wenn das Wetter kalt genug ist, erfolgt der Einfall der Hühner von den umliegenden Sandhügeln viel berechenbarer. Ich hatte mich diesmal für meinen im fünften Flug stehenden GerXWanderterzel 'Bogey' entschieden, der Prairiehühner beizen konnte, wie es eben nur ein Hybrid zustande bringt. An diesem Morgen fielen über 100 Prairiehühner ein. (Für die Fortsetzung des Artikels bitte auf 'Weiterlesen' klicken)
Aus dem Englischen übersetzt von Christian Habich.
Irgendwie kam der Winter gestern mit einer gewissen 'Rache' zurück ins Land – Schneesturm, orkanartige Winde und klirrender Frost. Ich erwachte gestern morgen und konnte mich noch nicht richtig zwischen der naturgewaltigen Wettersituation und meinem Verlangen beizen zu gehen entscheiden – es sah doch sooo gut aus: die Sonne schien, es war wolkenlos, ABER : minus 25 Grad Celsius und 12km/h Wind garantierten eine gefühlte 'Arbeitstemperatur' von ca. minus 34 Grad Celsius. Bei diesen Temperaturen beginnen verschiedenste Dinge, wie z.B. die Telemetrie ihren Geist aufzugeben, ganz zu schweigen von den komischen Geräuschen, die das Auto und die Autotüren machen und dem irritierenden Warnlicht am Armaturenbrett, daß sich der Reifendruck um mehr als 6 lbs verändert hat. Im Hinterkopf kreisten natürlich die Gedanken, daß diese Bedingungen nicht gerade ideal sind, wenn beim Beizen was schief geht und man längere Zeit außerhalb des geheizten Autos verweilen muß. Ich zweifelte ein bißchen, ob ich meinen bis dato total beständigen Gerterzel fliegen lassen sollte.
Während meines Aufenthaltes in Kearney/Nebraska anläßlich der IAF AGM 2006 hatte ich unter anderem das besondere Privileg einige außergewöhnliche Falkner kennenzulernen. Ein absolutes Zuschauermagnet war ein Falkner der mit einem Aplomado Falken beizte. Leider konnte dieser wunderschöne kleine Falke an diesem Tag, abgesehen von zwei Heuschrecken, keinen Jagderfolg verbuchen. Wir mußten uns mit der Beobachtung von einigen Flügen aus der freien Folge, die dafür aus nächster Nähe anzusehen waren, begnügen.
Nach einem weiteren kurzen Vormittagsausflug mit einem Coopers-Hawk hatte ich dann die besondere Gelegenheit mit dem bekannten Longwinger Shawn Hayes aus Kalifornien mitzugehen. Was ich bei diesen drei Ausflügen erleben durfte, übertraf - ehrlich gestanden - meine Erwartungen. Shawn flog zwei GerXWander Terzel (1x dunkel & 1x hell) im klassischen hohen Flug auf Prairie Chicken und Enten. Der dunkle GerXWander war mit Sicherheit einer der besten Falken, die ich bis jetzt gesehen hatte. Die Geschwindigkeit und die engen Kreise mit der dieser Vogel eine nahezu unglaubliche Anwarthöhe erreichte, war für die 'alten Hasen' der anwesenden Zuschauer 'bemerkenswert' und für mich einfach nur unglaublich. Shawn bewies seine Meisterklasse auch dadurch, daß er trotz Windstille die fast unmerklichen Luftbewegungen ausnutze und sich selbst und seinen Falken perfekt positionierte - wohlgemerkt das Ganze ohne Vorstehhund, sondern nur auf Sicht der zuvor eingefallenen Prairie Chicken. Das Hochmachen der Beute erfolgte durch kurzes Hinlaufen und der anschließende perfekte Steilstoß endete fast schon erwartungsgemäß erfolgreich.
Coopers-Hawk
Es war mein Glück, daß ich einen Tag länger bleiben mußte, weil ich keinen frühreren Rückflug bekommen hatte. So hatte ich noch einmal die Gelegenheit mit Shawn auf die morgendliche Entenbeize zu mitzugehen und ein bißchen Zeit mit ihm zu verbringen. Auch sein zweiter Falke enttäuschte nicht: extrem schnelles Erreichen der perfekten Anwartehöhe (500+ Meter) und ein fehlerfreier, vertikaler und erfolgreicher Steilstoß, den ich diesmal aus allernächster Nähe beobachten durfte - Ente gut, alles gut ... hätte ich fast gesagt.
Shawn Hayes ist in seinem 'richtigen Leben' Rodeo-Clown. Für Uneingeweihte: das sind die mutigen Jungs die (meist verkleidet) den Stier ablenken, damit dieser den zuvor abgeworfenen Reiter nicht auf die Hörner nimmt. Also etwas für harte Jungs mit starken Nerven! Drei bis vier Monate im Jahr widmet er ganz seiner Beizleidenschaft und reist mit seinen beiden Falken in die besten Jagdgebiete der USA um dort vornehmlich Grouse (Sage Grouse, Prairie Chicken) und Enten zu beizen.
Es war mir eine absolute Ehre, nicht nur einen Meisterfalkner, der in Sachen Kompetenz, Bescheidenheit und Freundlichkeit seinesgleichen sucht, kennenzulernen, sondern auch eine hoffentlich langandauernde Freundschaft zu schließen! Christian Habich
Bemerkung: Ein ausführlicher Bericht über die IAF AGM 2006 mit interessanten Details folgt in der nächsten Ausgabe des Falkenblick (Februar/März).
Shawn Hayes
Erfolgreicher Jagdflug
Falknerprüfung, wozu eigentlich?
W. Diernberger demonstriert am Adlerpräparat
Unsere Greifvögel, mit denen wir gemeinsam eine uralte Jagdkunst pflegen, sind sind sensible, empfindliche und wunderbare Geschöpfe, die fach-bzw. tierschutzgerecht und einfühlsam behandelt werden müssen, damit sie keinen Schaden nehmen. Darüber hinaus stehen unsere Greifvögel, auch wenn sie seit vielen Generationen in menschlicher Obhut nachgezüchtet werden, unter besonderen gesetzlichen Schutzmassnahmen(Cites).
Wir Falkner sind daher verpflichtet der Gesellschaft nachzuweisen, dass wir das Bestmöglichste für das Wohlergehen unserer Greifvögel zu tun bestrebt sind, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden! Eine dieser Grundvoraussetzungen ist der amtliche Nachweis,dass wir uns auf eine beabsichtigte Haltung eines Greifvogels bestens vorbereitet haben,nämlich durch den Erwerb von theoretischen und praktischen Voraussetzungen durch Ablegung einer Falknerprüfung vor einer behördlichen Prüfungskommission. Damit erbringen wir den Nachweis unserer Qualifikation, einen Greifvogel fach-und tierschutzgerecht verantwortungsvoll halten zu können.
Ich bin der festen Überzeugung, dass wir nur so in unserer naturentfremdeten Gesellschaft argumentieren und punkten können.
Dr. Harald Barsch, Präsident des ÖFB
Anmeldung zur Falknerprüfung 2007 bei der Kärntner Jägerschaft bis 30. September 2006!
Einige Überlegungen zur artlichen Realität bei den Großfalken
Photo courtesy of: The Peregrine Fund
Für Interessierte an Großfalken, Hybrid-Züchter und im besonderen für Gegner der Hybrid-Zucht eine sehr interessante Lektüre. Auf insgesamt 60 sehr großzügig abgefassten A4 Seiten, die bewusst einige Wiederholungen beinhalten, um die Schlussfolgerungen verständlicher zu machen, geht der Verfasser zuerst auf die Einteilung der Großfalken in zwei Arten ein. Auf der einen Seite die Wanderfalkenrassen, die Verfolgungsjäger im freien Luftraum sind, und auf der anderen Seite die Hierofalken, die dem bodennahen Raum als Jagdgebiet angepasst sind. Alle Angaben sind gestützt auf die Erkenntnisse aus der Greifvogelforschung namhaft gemachter Autoren. In weiterer Folge wird auf die Gefahr von Arthybriden und Rassehybriden für frei lebende Populationen der Großfalken, unter Einbeziehung von Jagdverhalten und Verhalten bei der Fortpflanzung, sehr ausführlich eingegangen. Wobei es hier meiner Meinung nach dem Verfasser sehr gut gelingt, seine Schlussfolgerungen aus der Gesamtheit der angeführten neuesten Erkenntnisse zu ziehen.